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Skylax' Heimkehr

 



Die Fahrt durch das Rote Meer war nur noch ein mühsames Gedümpel. Keine tödlichen Verletzungen, aber erschöpftes Lecken der Wunden. Kein Wunder nach einer Weltumsegelung  mit über 30.000 Meilen, schlimmer aber war, dass über den allgemeinen Verschleiß hinaus einige der Wunden von uns selbst verursacht waren…

 

 

In Malaysia, während der letzten Raja Muda-Etappe, lief Skylax in einem adrenalingeschwängerten Moment von Wettkampfwahnsinn auf ein Korallenriff. Das Dumme war, ich wusste, dass der Brocken dort lag. Der plötzliche Stopp von fünfeinhalb Knoten auf null war ein absoluter Schock.

In Ao Chalong riss eine Sturmbö den Anker los, und nur ein robustes Aluminiumboot konnte uns aufhalten. Eins zu Null - zugunsten des Alu-Bootes natürlich - bei uns viel zerkratztes Gelcoat und eine verbogene Fußleiste.

 

 

Es ist schon brutal genug für ein Schiff, durch das Rote Meer gepeitscht zu werden, und wenn dann noch Probleme mit den Schotten des Ankerkastens und der halben Schottwand dahinter auftauchen…


 

 

Einige Segel hatten schon mehr als 50.000 Meilen hinter sich, laufendes und stehendes Gut war so ziemlich am Ende. Verschleiß und immer wieder Verschleiß – das ewige Problem von Ozeanüberquerungen.

Ja, und dann das Ruder! Das Problem mit der oberen Lagerhalterung war mir bekannt. Die Hinterfütterung am GFK hatte sich offensichtlich aufgelöst und selbst große Mengen Epoxyd-Filler waren auf Dauer keine Lösung. Im Passat werden Ruder extrem belastet - regelmäßig wenn das Boot von einer Welle herabgegleitet ist. Viele Boote mit Spatenruder haben enorme Probleme, aber sogar bei Skylax mit ihrem vollen Skeg war die Belastung für das obere Lager zuviel.

 

Ich kann kaum das Gefühl beschreiben, wie es ist, wieder im Mittelmeer zu sein. Es ist nicht einfach ein Meer, es ist Heimat. Ein paar Freudentränen, ein Seufzer der Erleichterung, und dann hatten wir Glück:  eine leichte Brise, 3-4 Windstärken, trug uns bei relativ ruhiger See hart am Wind bis nach Kaº. Hier begrüßten wir die Türkei, ruhten uns ein wenig aus, um dann in einer Nachtetappe an Rhodos vorbei  das westliche Kap der Bodrum-Halbinsel anzusteuern. Skylax war völlig in ihrem Element, man hatte fast den Eindruck, sie roch schon den Stall und das frische Heu und die Fürsorge, mit der sie bei Yachtworks bedacht würde. So sind wir also heimgekehrt nach etwa 30.000 Seemeilen, kommen zur Ruhe, treffen die alten Freunde, alle etwas älter aber kein bisschen weiser.  Und irgendwo im Hinterkopf werden schon neue Abenteuer geplant…

 

 










 

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