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Yusuf
Civelekoglu |
Am
siebten Tage war das Schiff bereit.
Der
Stapellauf war jedoch sehr umständlich.
Immer
wieder mussten die Bohlen umgesetzt werden
Bis
das Schiff zu zwei Dritteln im Wasser schwamm.

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Der
Autor hat im Zeitraum 1990 - 2000 pro Jahr im Durchschnitt
500 Yachten bis zu 70 Tonnen gekrant und aufgepallt, und
kann damit auf die Erfahrung von über 10.000 Operationen
zurückgreifen, in denen Yachten aus dem Wasser an Land und
zurück gebracht wurden. Stolz kann er auf eine schadenfreie,
gute Dekade zurückblicken.
Angeregt
durch den Nautica
Editor Martin Muth hat er hier einige seiner Erfahrungen
zusammengestellt.
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Die
Werft sorgfältig aussuchen.
Auf kulturelle und sprachliche Harmonie achten.
Darauf achten, ob man mit "hands on" Leuten vom
Fach zu tun hat oder mit Herren und Damen hinter
dem grünen Tisch. Versuchen, im Voraus abzuwägen,
ob die Werft responsiv und kooperativ reagiert.
Oft wird es mit dem Kranführer Sprachdifferenzen
geben. Hat die Werft jemanden, der Ihre möglichen
Einwändungen und Kommentare oder auch die Fragen
des Kranführers fachgerecht übersetzen kann?
Sich einen Vertragsvordruck der Werft geben lassen.
Das Kleingeschriebene lesen. Wenn etwas passiert,
werden sonst die Gutachter und die Anwälte das
nachholen, denn Recht gesprochen wird meistens
danach. Wichtig: Haftungsausschlüsse der Werft
können im Ernstfall nicht geltend gemacht werden,
wenn sie gegen die Obhuts- und Sorgfaltspflichten
verstossen. Aber auch ein Versuch in dieser Richtung
gibt manchmal Aufschluss über die dahinterliegende
Denkweise.
Die Haftpflichtdeckung der Werft erfragen. Wenn
möglich in die Haftpflichtpolice der Werft einsehen.
Erspüren versuchen, ob die Werft dazu ausgelegt
ist, auch im Winter ihrer Obhutspflicht ernsthaft
nachzukommen.
Sich das Werftgelände zeigen lassen, insbesondere
wo eventuell sandgestrahlt wird.
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Sich
sorgfältig vorbereiten und mit der Werft eine
gute Liaison anstreben.
Die Terminvorschläge der Werft nach Möglichkeit
annehmen. Oft gestatten es lokale Gegebenheiten,
zu bestimmten Stunden ruhiger zu arbeiten als
zu anderen.
In voraus eine Liste erstellen, was vor dem Auskranen
erledigt werden sollte. Fäkalientanks entleeren,
Sumloge einziehen, Seerelinge vorbereiten zum
Entfernen, etc.
Eine Seitenansicht der Yacht bereithalten - Oft
sind Photos von vorherigen Kranaktionen viel praktischer
als detaillierte Spantenrisse. Auf das Photo eintragen
wo nicht gekrant werden sollte. Mitteilen, wenn
das Unterwasserschiff besonders rutschig ist (Selfpolishing
oder Teflon Antifouling zum Beispiel).
Vor dem Auskranen mit dem Kranführer versuchen
kurz (In der Saison hat er viel zu tun) die Kranaktion
durchzusprechen. Dabei eher erfragend, informierend,
vielleicht empfehlend auftreten. Auf keinen Fall
anweisend auftreten, da sonst, wenn etwas einmal
schief laufen sollte, Sie davon ausgehen könne,
dass Sie mit beschuldigt werden.
Wenn die Werft wünscht, dass Sie Ihr Schiff rückwärts
in den Becken fahren sollen, führen Sie dies durch
- auch die Werft weiss, dass Ihre Yacht rückwärts
schwierig zu handhaben ist und wird Ihnen dabei
behilflich sein.
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Das
eigene Schiff gut kennen.
Die Stringer, Schots, Knotenpunkte
und andere strukturellen Starkstellen kennen,
an denen die Yacht vorzugsweise aufgepallt werden
sollte. Dies ist ganz besonders wichtig für Plattenblechschiffe
wie Stahl- und Aluboote. Hier kommt übrigens der
Vorteil des Pallsystems und der "Jackstands" gegenüber
dem Stellbock zum tragen. Jeder Stempel kann an
eine strukturell geeignete Stelle der Yacht angebracht
werden. Verschwertet versteift dies die Yacht
ganz hervorragend.
Den idealen Wintertrimm der Yacht gut kennen -
in Längst- und in der Querrichtung. Beim Aufpallen
ist der Kranführer gerne bereit, Ihren Anweisungen
genau zu folgen. Später wird es viel schwieriger
sein. Nehmen Sie ruhig ein Glas Wasser und vergewissern
Sie sich, dass die Plichtlenzer und andere Lenzöffnungen
einwandfrei funktionieren. Wenn Sie sorgfältig
selbst trimmen, können Sie davon ausgehen, dass
der Kranführer beim Versetzen versuchen wird,
die gleiche Sorgfalt walten zu lassen.
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Die
Werft nicht mit übermässiger Vorsicht nervös machen.
Kleine, aber duchaus bemerkbare
Erschütterungen auf dem Lift sind oft normal.
Die Schlingen rutschen etwas, ein Draht hat einmal
einen Überläufer. Kein Grund zur Panik. Wenn der
Kran anfährt oder abbremst, spürt man die vergleichsweise
enorme Trägheit der Yachtmasse.
Krangurte werden aus Nylon hergestellt; sie sollten
mit einem siebenfachen Sicherheitsfaktor ausgelegt
sein. Die Bootsform ist meistens eine ideale Form
für Gurte. Kleine Beschädigungen an den Gurten
sind meistens normal und unschädlich.
Ein gut aufgepalltes Schiff zittert oft im Wind.
Wenn ein Schiff am Landstellplatz nicht zittert,
kann es bedeuten, dass die Stempel zu arg eingehauen
sind, bzw. dass die Stempel des Stellbocks "drücken".
Dennoch: Bei begründeten Zweifeln die Arbeiten
unterbrechen lassen. Übersetzer/ Werftbevollmächtigten
dazuholen und Einwände erklären. Selbst keine
Anweisungen erteilen.
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Beim
Heben wissend handeln.
Nach Möglichkeit wissen, wo die Krangurte plaziert
werden sollten und wieviel seitlicher Druck der
Krangurte für das Boot noch bekömmlich ist. Letzteres
ist besonders wichtig für Motorboote mit Auspuffkästen,
für empfindliche Oldtimer und für Boote, die am
Süllrand ungewöhnlich geformt sind. Wenn das Schiff
einmal leicht angehoben ist, sicher sein, dass
die Welle sich frei drehen lässt.
Beachten, dass manche Yachten von Haus aus mit
"Kranmarken" ausgerüstet sind. Diese Marken sind
Empfehlungen des Herstellers und können
bei manchen Krankonfigurationen nicht eingehalten
werden. Vorsicht bei nachträglich angebrachten,
dubiosen Kranmarken. Ausweichpunkte schaden nicht,
solange sie strukturell zulässig sind.
Versuchen beim Heben auf ungewöhnliche Geräusche
im Bootsinneren zu lauschen.
Besonders darauf achten, dass die Gurte die seitlichen
Relingsstützen nicht beschädigen.
Krangurte gegebenenfalls an Klampen, Püttingen,
Winschen festlaschen lassen oder untereinander
verbinden lassen, wenn das Schiff z.B. eine scharfe
Bugsektion hat. Oft ist es ausreichend, diese
Verbindung erst an Deck provisorisch durchzuführen,
und, wenn das Schiff einmal an Land ist, die eigentliche
Verbindung durchzuführen.
Beim Heben auf ungewöhnliche Geräusche des Bootskörpers
lauschen.
Wenn das Schiff leicht angehoben ist, prüfen ob
sich die Welle frei drehen lässt.
Nicht darauf bestehen, mit dem Schiff zusammen
gehoben zu werden - "zur Personenbeförderung nicht
geeignet!"
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Einen
geeigneten Stellplatz aussuchen.
Nach Möglichkeit versuchen,
einen guten Platz im Werftgelände auszusuchen.
Dabei beachten, dass jeder Bootseigner nach demselben
besterbt ist und bereit sein, fairerweise Kompromisse
einzugehen. Besonders schlecht steht sich's direkt
am Wasser, neben rostenden Stahlbooten und unter
Bäumen. Die letzteren spenden zwar Schatten im
Sommer aber im Herbst und Winter werden dann alle
Lenzöffnungen verstopfen und müssen regelmässig
gewartet werden. Manche Bäume harzen.
Nicht zumutbar ist es auf alle Fälle neben dem
Sandstrahlgelände zu stehen. Man kann davon ausgehen,
dass man davon bleibende Erinnerungen an den Landaufenthalt
mitträgt.
Beachten, dass die Werft manchmal Yachten versetzen
muss. Versuchen, einen Platz zu erlangen, wo man
nicht zu sehr im Weg steht und das Versetzen nicht
erwartet wird.
Entfernung zu Strom und Wasser beachten.
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- Das
geeignete Stellverfahren wählen.
Der
Stellbock:
Der Stellbock ist, so sehr er
gefällig ist, für die Fahrtenyacht nicht immer gut
geeignet. Im Gegensatz zu der gebietsfesten Yacht,
die ihren eigenen Stellbock in Ihrer Hauswerft bereit
hält, muss ein Stellbock für eine Fahrtenyacht oft
flexibel genug sein, um viele verschiedenen Rumpfformen
aufzunehmen. Dies führt dazu, dass der Bock vor
dem Aufbocken umgeschraubt werden muss. Oft sind
dann die Schrauben ungängig oder das rechte Werkzeug
fehlt und im Handumdrehen enstehen schon phantastische
und ebenso unzuverlässige Gebilde. Zum weiteren
sind die Stützpunkte des Gestells vorgegeben, ob
sie nun auf einen Starkpunkt des Rumpfes lasten
oder auch nicht. Oft kommt das Gestell auch mit
den Liftgurten ins Gehäge und geübte Lösungen müssen
angestrebt werden. Wenn man auf einen Stellbock
gestellt wird, unbedingt darauf achten, dass der
Bock fachgerecht zugeformt wird - auch wenn es Zeit
kostet. Auch darauf achten, dass die Kielblöcke
unbedingt in den Stellbock integriert sind.
Das Aufpallen:
Häufigster Fehler: Die Pallhölzer werden zu stark
einschlagen und beschädigen dadurch den Rumpf. Die
Werft mit dem "kleinen" Hammer ist vorzuziehen (Dies
ist übrigens eine allgemeine, goldene Regel.). Etwa
90% des Gewichtes auf den Kielblöcken, Rest auf
den Pallhölzern. Also: zusehen, dass sachte einschlagen
wird.
Zweithäufigster Fehler: Falsche Pallpunkte werden
gewählt. Fast immer kann man allein durch Klopfen
erhören, wo der Rumpf bereit ist, einen Stempel
entgegenzunehmen. Beim Einschlagen der Stempel tangential
schauen und gleichzeitig horchen; überträgt der
Stempel die Hammerschläge auf den Rumpf und das
Rigg singt und der Rumpf dellt sich nicht merklich
ein, hat man einen guten Punkt erwischt. Die Schläge
klingen stumpf und der Rumpf gibt nach; lieber aufhören
und neu ansetzen. Übrigens, oft hört ein geübter
Werftherr vom anderen Ende der Werft, wenn einmal
jemand einen Stempel falsch einschlägt. Noch am
gleichen Tag verschwerten lassen. Verschwerten heisst
übrigens, dass man aus den losen Pallstempeln ein
Gestell zimmert. Ganz wichtig ist, dass die Kielblöcke
in das Gestell mit einbezogen werden. Die Verschwertung
muss so ausgelegt sein, dass, wenn man behutsam
das Schiff abheben sollte, alle Pallstempel
und die Kielblöcke als Einheit steif zurückbleiben.
Verschwertet wird oft mit Abfallholz. Darauf achten,
dass die benutzten Leisten zum Verschwerten geeignet
sind - auch nach mehrereren Monaten. Oft wird die
Werft gute Argumente dafür haben, dass das Verschwerten
erst "morgen" durchgeführt wird. Das Schiff steht
ja schon einmal hoch und trocken und morgen geht
das genauso. Bitte, nach Möglichkeit darauf bestehen,
dass dies noch am selben Tag durchgeführt wird.
Der "Jackstand":
Diese oft dreibeinigen, stapelbaren Metallgestelle
mit einer massiven Hebeschraube stammen ursprünglich
aus den Staaten und sind jetzt öfters auch im Mittelmeer
zu sehen. Der Jackstand ist ein sehr gutes Verfahren,
Schiffe aufzupallen. Der Hammer für die Pallkeile
und die inflexibilität der Stellböcke entfallen.
Der Jackstand muss auf die Bootshaut "normal" drücken,
also möglichst im rechten Winkel in allen Ebenen.
Sie sind nämlich für radiale Kräfte nur beschränkt
ausgelegt. Das verschwerten entfällt auch, dafür
werden die Jackstands mit Ketten und mit Spannschrauben
verzurrt. Ein sehr gutes Verfahren.
Allgemeni sollte man das Schiff so neidrig aufpallen
wie es geht. Eigner der Kielschwerter werden dies
ungerne hören, aber der besorgte Yachteigner sollte
schon versuchen mit der Werft einen angemessenen
Preis auszuhandeln, dass das Boot erst nach dem
Winter hochgepallt wird, damit man Zugang zum Schwert
hat.
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Auch
im Winter Sorgfalt walten lassen.
Wetterbericht verfolgen, in
gewisser, angemessener Regelmässigkeit die Werft
bitten, nach gerissenen Persennings, verstopften
Lenzöffnungen etc. zu schauen. Sich vergewissern,
dass die Stempel gewartet werden, oft müssen Pallstempel
im Lauf des Winters etwas gelockert oder auch
einmal etwas nachgeschlagen werden.
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Nicht
übermütig werden.
Nicht mit der Verschwertung,
den Pallhölzern und den Stempeln des Stellbocks
herumspielen - auch wenn man es sich zumutet!
Keine Winterplane oder ähnlich an die Pallhölzer
anbringen.
Keine Pallhölzer entfernen um Antifouling anzubringen.
Die Werft soll dies selbst machen.
Sorry, an Land keine Segel setzen. Einmal hörten
wir bei einem plötzlichen Sommersturm geknatter
in der Werft. Als wir ankamen, war die gesetzte
Genua schon in Fetzen und konnte entsorgt werden.
Zwar stand das Schiff noch, aber sie hatte sich
auf den Kielblöcken und Pallhölzern um einige
Zentimeter schon bewegt als sie versucht hatte
"abzufallen". Der "erfahrene" Eigner war gerade
in der Stadt um Besorgungen zu erledigen...
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Beim
Einkranen wissend handeln.
Unbedingt selbst in der Bilge
sein (ggf. mit Taschenlampe und Helfer) gerade
wenn das Boot das Wasser berührt. So hat man bei
einer vorher trockengemoppten Bilge die seltene
Chance, auch das kleinste Leck zu bestimmen. Oft
ist es der Werft zumutbar, das Kranen für eine
Weile zu unterbrechen, sodass das Problem noch
auf dem Trockenen versorgt werden kann.
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Letzte Revision:
07.11.2004
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