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Alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, beschränkt
sich auf die Tat der Umweltverschmutzung. Oft wird mir jedoch
die Frage gestellt, ob es in der Türkei Bestimmungen
zu der Grösse, der Form etc. von sanitären Behältern
bzw. Entsorgungsanlagen gibt. Um diese Frage zu klären
habe ich mit dem Ministerium für Umwelt- und Forstwesen
Verbindung aufgenommen. Der zuständige Herr im “Amt
für die Meere und Küsten” erklärte mir,
dass das Ministerium nicht an den technischen Details der
Yachten (und der Schiffe) interessiert ist. Mit anderen Worten:
Die Grösse der Tanks, die Details der Seeventile, Type
der Zerhackerpumpe etc. sind aus der Sicht des Ministeriums
nicht von Belang. Von Belang ist ausschliesslich der Nachweis
einer Verschmutzung.
Daraufhin habe ich auch Verbindung mit dem Sekretariat für
Seewesen Verbindung aufgenommen. Dort wurde mir im “Amt
für See und Umwelt” ziemlich das gleiche erklärt.
Unaufgefordert folgte übrigens der Zusatz, dass an den
Strafen gearbeitet wird, dass jedoch diese Strafen nicht durch
die Verwaltung, sondern durch die Legislatur (also per Gesetz)
festgelegt sind und dementsprechend schwierig sind, zu verändern.
Auch fand meine folgende Bemerkung dort gehör:
Jedes Transitlog hat eine Deckseite, die die Bestimmungen
der Türkei für Yachten zusammenfasst. Von
der Sensibilität der Türkei bezüglich der Umwelt,
die sich in der Höhe der Geldstrafen widerspiegelt, ist
leider da keine Rede.
Beim "Regionaldirektorat für Seewesen" in Izmir
war ich fündig:
Tief begraben in – wohl kaum jemandem bekannten - Dienstanweisungen
konnte ich Richtlinien zu Fäkalientanks vorfinden, die
ich hier der vollständigkeitshalber in Übersetzung
wiedergebe:
Anweisungen zu den technischen Eigenschaften von Schiffen
(vom 21.3.2002, Nummer 2836)
§28: VERHINDERN
DER MEERESVERSCHMUTZUNG
Schiffe sind so zu bauen, dass verschmutzende Stoffe (Öl,
Treibstoff, Abwässer,…) das Schiff nicht unkontrolliert
verlassen können. Der Sammeltank, der vorgesehen ist,
Abwässer, die an Bord entstehen und ölhaltiges Wasser,
das sich im Maschinenraum sammelt, zu sammeln, hat durch eine
besondere Installation über das Hauptdeck eine Entleerungsmöglichkeit
zu sorgen. Abwässer und ölhaltiges Wasser ist zu
übergeben an Sammelbetriebe an Land oder an Sammelschiffe.
Die Behälterkapazität, die für die Abwässer
der Küchen und der sanitären Anlagen an Bord vorzusehen
ist, sollte sein:
50 Liter x (Anzahl der Fahrgäste + Anzahl der Crew) x
Tage zu berechnen. Für den Küstenverkehr sind 2
Tage, für internationalen Verkehr sind 3 Tage anzusetzen.
(…)
Mit anderen Worten: Ein Fahrtenschiff mit 2 Mann Besatzung,
das Küstenverkehr betreibt, ist mit einer Tankkapazität
von 50 x 2 x = 200 Litern zu bauen. Hierbei ist zu bemerken,
dass dies eine Mischkapazität von Schwarz- und Grauwasser
ist. Also eine Fäkaleinkapazität von 100 Litern
wäre also durchaus in diesem Beispiel angemessen.
Natürlich, einige Voraussetzungen sind nicht dem Umständen
entsprechend: Genau im Küstenverkehr braucht man ja mehr
Tankkapazität als im “internationalen” Verkehr,
wo man sich sehr oft ausserhalb der 3 Meilenzone aufhält.
Nicht minder, hier hat man wenigstens einen Anhaltspunkt,
was für ein Tankvolumen die Verwaltung beruhigen würde.
Wie sieht die Sache in anderen Ländern aus?
Die amerikanische Küstenwache, die in Sachen Umweltschutz
als progressiv zu bezeichnen ist, gibt folgenden Aufschluss
„33 CFR 159 (also die entsprechende Verordnung)
does not mandate capacities.”, siehe dazu
Title
33--Navigation and Navigable Waters
CHAPTER I--COAST GUARD, DEPARTMENT OF HOMELAND SECURITY (CONTINUED)
PART
159--MARINE SANITATION DEVICES
(Für
den relevanten Text können Sie auch unserem internen
Querverweis folgen.)
Jedoch, die amerikanische Küstenwache empfiehlt Volumen.
Für das gleiche Schiff wie oben, mit zwei Mann Besatzung
und mit elektrischen Toiletten ausgestattet, würden die
amerikanischen Kollegen eine Kapazität von 20.4 x 2 x
2 = 81,6 Litern empfehlen. Ist das Schiff mit manuellen Pumpen
bestückt, so betrachtet die amerikanische Küstenwache
sogar nur 44 Liter Kapazität als ausreichend.
Mit anderen Worten, für die meisten Boote im 12 m LüA
Bereich sollte eine Tankkapazität von 100 Litern –
200 Litern überall als angemessen bewertet werden.
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