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Beitrag zum Thema
Fäkaleintanks und Umweltverschmutzung in der Türkei


In Anlehnung an den Artikel des Authors über das gleiche Thema in der Zeitschrift
Nautica 11/2004


 

Aufnahme: Schwere Verschmutzung vor Bayramoglu, nähe Tuzla, Istanbul, Flugfotograf Murat Öztürk

 

Es war im letzten Spätsommer und kurz nach Mitternacht, als die Küstenwache längsseits an einer Yacht festmachte und die Crew beschuldigte, Öl abgelassen zu haben. Die Beamten gingen an Bord, um den Motorraum zu untersuchen und eine Probe vom Bilgenwasser zu entnehmen. Ihre Nachprüfungen gründeten sie auf eine Anzeige. Darin behauptete der Besitzer eines nahen Restaurants, die Yacht habe in der Bucht gegen 21.30 Uhr nach Einbruch der Dunkelheit den Fäkalientank entleert. Was die Crew bestreitete. Das Schiff habe fünf elektrische Toiletten, alle mit einem eigenen Zerhacker, deren Inhalt in einen Tank geleitet werde.

Die Strafe für das "Ablassen" wurde dennoch auf 73 Milliarden Türkische Lira festgelegt (ca. 43.000 Euro) und der Skipper vor die Wahl gestellt, diesen Betrag sofort zu bezahlen oder aber mit dem Schiff nach Datca in das Revier der Küstenwache zu folgen. Da Eigner und Gäste an Bord waren, lehnte der Skipper ab und wurde daraufhin aufgefordert ein Formular unterschreiben, das ihm durch den nicht vereidigten Übersetzer fälschlicherweise als Vorgangsprotokoll übersetzt worden war.

Im Büro der Küstenwache stellte sich jedoch heraus, dass ein Schuldbekenntnis unterschrieben wurde. Der Skipper musste eine Bankbürgschaft in Höhe von 43.000 Euro hinterlegen - ging jedoch auch gegen die Türkische Administration vor das örtliche Verwaltungsgericht in Mugla.

Ein Insider bewertet diesen Fall nicht als Willkürakt eines einzelnen Beamten. Er sei sich sicher, dass der Kommandant des Schiffs der Küstenwache vor der Ausschreibung dieser Strafe ausgiebig mit seinem Vorgesetzten Rücksprache gehalten haben muss. Mehr noch: Im Protokoll schreibe der Kommandant, dass „bei der Untersuchung der Yacht keine Verschmutzung um die in Frage kommende Yacht herum festgestellt werden konnte" und dass „bei der Tatbestandsaufnahme festgestellt wurde, dass die in Frage kommende Yacht mit mahlenden Pumpen ausgestattet ist." Möglicherweise sei der Kommandant mit seiner eigenen oder ihm vorgeschriebenen Vorgehensweise nicht einverstanden gewesen.
Der mit dem Fall beauftragte Rechtsanwalt habe enorme Schwierigkeiten gehabt, an das Protokoll der Küstenwache zu kommen, berichtet der sachkundige Beobachter weiter. Trotz energischen Eingreifens habe er die siebentägige Widerspruchsfrist nur knapp einhalten können. Seine Vermutung: Der türkischen Küstenwache werde von Zeit zu Zeit ein „Strafkontingent" für Umweltvergehen auferlegt, das im beschriebenen Fall möglicherweise „en bloc" bei einem Yachtbesitzer eingefordert werden sollte.

Inzwischen ist über den Fall einige Monate vergangen und der tatkräftige Rechtsanwalt sieht gute Chancen, dass das Verfahren durchaus zugunsten des Beschuldigten und bald abgeschlossen wird. Allerdings wurde dieser Fall von der Fachpresse aufgenommen und publiziert.

Sollte das Verwaltungsgericht den Beschuldigten als nicht schuldig erklären, ist dieser Vorfall sicher keine schöne Referenz für die Verwaltung eines Landes, das intensiv auf Seetourismus baut.

Kann man eine solche Situation vermeiden? Wie überall auf der Welt, leider nein. Aber man kann die eigenen Chancen bedeutend verbessern.

Es sollte festgehalten werden, dass, selbstverständlich niemand hier mit einer Yacht sympathisieren möchte, die kalten Blutes “das eigene Nest” beschmutzt. Nur, das Verhältnis zwischen der wenig differenzierten Strafe und das Ausmass des möglichen Vergehens sollte noch einmal kritisch betrachtet werden.

Ich habe dazu einiges zusammengestellt:

und ergänzend

In eigener Sache möchte ich hinzufügen, dass unsere Firma yachtWOKS seit mehreren Jahren erfolgreich Fäkalientanks entwirft, baut und installiert. Gleichfalls werden die Abwasseranlagen von Yachten bei uns überholt und allgemein instandgehalten. Wir benutzen HDPE (Polyäthylen hoher Dichte) für Abwassertanks, geruchhemmende Schäuche, Geruchsfilter auf Kohlenstoffbasis etc. Für mehr Info besuchen Sie unsere Seiten http://www.yachtworks.info/de/tank_making.htm und insbesondere http://www.yachtworks.info/en/tank_making.htm; die letztere mit vielen Details, jedoch in Englisch.

Yusuf Civelekoglu

 

Wichtig: Wie auch für den Rest dieser Präsenz, weder yachtWORKS noch der Autor können für die, in dieser Präsenz dargebotene Information Verantwortung übernehmen.

 
PROFESSIONELLE WARTUNG UND REPARATUR VON BOOTEN UND YACHTEN IN TURGUTREIS - DIDIM - BODRUM - GOCEK - TURKEI
Zuletzt aktualisiert am : 16.07.2009
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